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Inhaltsspiegel:


Tesla-Proteste - Vereint im Hass aufs E-Auto

Bei den Protesten gegen Teslas Gigafactory geht es längst nicht mehr nur um Wasser und Wald. E-Autos werden nun auch von links verteufelt. Ein Akt der Selbstsabotage.

Ein Kommentar von Ruth Fend 10. Mai 2024, 11:11 Uhr

Einst zielten die Aktionen der Klimabewegung gegen die Fossilindustrie, jetzt heißt es: Tesla zerstören. Damit richtet sie sich mehr gegen die Lösung statt gegen das Problem.

Die Klimabewegung, oder zumindest ein Teil von ihr, hat einen neuen Slogan. Er macht auch wieder die Runde, wenn bei den Aktionstagen Ende dieser Woche etliche Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen in Grünheide protestieren: "E-Autos retten nur die Autoindustrie [ https://www.zeit.de/2024/12/tesla-werk-brandenburg-proteste-elon-musk ], nicht das Klima!" Ein weiterer der Initiative Tesla stoppen [ https://teslastoppen.noblogs.org/machmit/warum/ ] lautet: "Saubere Elektroautos sind eine dreckige Lüge!" Was einst als Protest gegen den Bau einer riesigen Fabrik im Wasserschutzgebiet begann, ist mittlerweile auf dem Niveau von Fake-News angekommen. Herzlichen Glückwunsch. Natürlich ist Elon Musk [ https://www.zeit.de/thema/elon-musk ] ein geradezu unwiderstehliches Feindbild für Kapitalismuskritiker: ein libertärer und zunehmend abgedrehter US-amerikanischer Milliardär, der nicht eben für seine Arbeitnehmerfreundlichkeit bekannt ist und auf X die Agenda der AfD pusht. Und dann baut er seine E-Autos auch noch so schwer und PS-stark, dass sie unnötig viel Strom verbrauchen [ https://www.zeit.de/mobilitaet/2024-04/ elektroautos-reichweite-batterie-studie ], pfui! Ressentiments gegenüber dem Konzernchef, mögen viele auch berechtigt sein, sind aber noch kein guter Grund, gleich die gesamte E-Technologie zu verteufeln. Die Branche besteht ja nicht nur aus martialischen Cybertrucks [ https://www.zeit.de/mobilitaet/2023-11/tesla-cybertruck-elon-muskrepublikaner-usa ]. Im Übrigen reicht auch die Wasserproblematik dafür nicht aus, aber dazu später. Bei der Klimabilanz gibt es keine Fragezeichen Erst mal zu den Fakten: E-Autos sind deutlich besser für das Klima als Verbrenner [ https://www.zeit.de/mobilitaet/2023-09/elektroautoselektromobilitaet-kaufpreis-strompreis-umweltfreundlichkeit ], auch wenn man das oft herangeführte Argument der umweltbelastenden Batterieproduktion berücksichtigt. Über den gesamten Lebenszyklus stößt das E-Auto [ https://www.zeit.de/thema/elektroauto ] fast 50 Prozent weniger CO₂ [ https://www.ifeu.de/publikation/neukauf-eines-elektro-pkw-oder-weiternutzung-desalten-verbrenners/ ] aus als ein Verbrenner. Auch im Vergleich zu Gebrauchtwagen [ https://www.zeit.de/mobilitaet/2023-12/gebrauchtwagenklimaschutz-elektroauto-umstieg-studie ] steht es besser da. Deshalb ist es ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz, auch wenn es das Klima natürlich nicht im Alleingang retten kann. Eine dreckige Lüge sind E-Autos nur, wenn man von Autos das Unmögliche erwartet: dass sie keinerlei ökologischen Reifenabdruck hinterlassen. Und wenn man, wie die linken Fundamentalkritiker, glaubt, dass sich das Auto abschaffen lässt, wenn man das nur laut genug fordert. Wenn man nur ausreichend Geld für Schiene, Radwege und ÖPNV ausgibt, schwört ganz Deutschland dem Individualverkehr schon ab – klar. Hackfleisch in der Ladesäule Eine solche Realitätsverweigerung verträgt sich schlecht damit, dass die Klimakrise so schnell wie möglich bekämpft werden muss. Zur Verkehrswende gehört beides: ein besserer öffentlicher Nahverkehr und Fahrradfreundlichkeit, aber auch sauberere Autos. Die linken Aktivistinnen verbünden sich mit ihrem unterkomplexen Antikapitalismus unfreiwillig mit all jenen, die mit dem EAuto Kulturkampf aus der entgegengesetzten Richtung betreiben: veränderungsfeindlichen Verbrennerfans und rechten Opportunisten.

Der Spiegel berichtete [ https://www.spiegel.de/auto/elektroauto-fahrer-werdenoft-gemobbt-was-steckt-hinter-der-wut-a-22efc214-9102-4426-a506b130fbb70396 ] vor einigen Monaten, wie E-Autofahrer inzwischen gemobbt werden, oft kommen die Angriffe von rechts außen. Der Präsident des Bundesverbands EMobilität, Kurt Sigl, sagte, dass sein Tesla von Hassern angepinkelt und angespuckt, mit Lippenstift mit "E-Arschloch" bekritzelt wurde. In München gehen den Stadtwerken zufolge 15 Prozent der Ladesäulenstörungen auf Vandalismus zurück, eine wurde mit Hackfleisch verstopft. Die Geschäftsführerin der Opferschutzorganisation HateAid nennt im Spiegel Angriffe gegen Elektroautobesitzer in sozialen Netzwerken einen bundesweiten Trend. Hätten lange Zeit besonders Windräder Anfeindungen ausgelöst, so richte der Zorn sich nun auffällig oft gegen batteriebetriebene Fahrzeuge. Die AfD schürt diesen Zorn. Sie will nicht nur sämtliche Klimaschutzgesetze in Deutschland und Europa abschaffen, sie wetterte auch gegen Teslas Gigafactory und machte sie für Wassermangel und Dürre in der Region verantwortlich – natürlich nicht den Klimawandel. Der wahre Wasserverschwender ist der Bergbau Wenn eine Region bereits unter Wassermangel leidet, muss jede wasserintensive Industrieproduktion dort hinterfragt werden. Aber vergleicht man einige Zahlen, erscheint auch in Bezug auf den Wasserverbrauch [ https://www.zeit.de/wirtschaft/2024-03/tesla-wasserverband-strausberg-erknerschulen-abwasser/komplettansicht ] die Kritik an Tesla zumindest überzogen. Im Jahr 2023 hat das Tesla-Werk knapp 500.000 Kubikmeter Frischwasser verbraucht, weniger als die Hälfte des Spargelhofs Klaistow in der Region. Und ein Bruchteil dessen, was der Braunkohlekonzern LEAG für sich beansprucht: 44 Millionen Kubikmeter. Dass die AfD sich für solche Realitäten nicht sonderlich interessiert, verwundert nicht. Schließlich behauptet sie auch, E-Autos zerstörten die deutsche Autoindustrie, besonders Ostdeutschland hänge am Verbrenner – und verschweigt, dass insbesondere der Osten von der E-Mobilität profitiert. Jedes zweite hierzulande hergestellte E-Auto wurde 2022 in Ostdeutschland produziert [ https://www.zeit.de/2024/21/elektromobilitaet-volkswagenwerkzwickau-sachsen ]. Die deutsche Autoindustrie gerät eher dadurch ins Hintertreffen, dass sie die Elektrifizierung verschlafen hat. Von Umweltschützern würde man sich mehr Differenzierungsvermögen erwarten. Und mehr Konzentration aufs Wesentliche, die Bekämpfung der Dürreursachen etwa. Die Elektrifizierung des Verkehrs geht nicht nur deshalb so schleppend voran, weil E-Autos für viele Menschen noch zu teuer sind oder sie sich von Reichweiteängsten abschrecken lassen. Es liegt auch am Image, an den Zweifeln, die von allen Seiten gestreut werden. Im aktuellen Monitoringbericht der Deutschen Energie-Agentur stellen 60 Prozent infrage [ https://www.bayerninnovativ.de/de/ehubs/seite/e-mobilitaet-mit-imageproblem ], ob Elektroautos tatsächlich umweltfreundlicher als Pkw mit anderen Antriebsarten sind. Die Elektromobilität hätte das Potenzial, Klimaschutz und Wohlstandssicherung zu vereinbaren. Sie verringert CO₂ im Individualverkehr, hier finden Innovationen statt und es entstehen qualifizierte Arbeitsplätze. Es ist schon erstaunlich, wie es so weit kommen konnte, dass ein Teil der Lösung dermaßen polarisiert: rechts und links, geeint im Kampf gegen das E-Auto. Deutschland zeigt sich gerade meisterhaft darin, sich selbst zu sabotieren.

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[-] Nacktmull 50 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Elektroautos sind (in der Stadt) keine Lösung, sondern vorallem der Versuch der Autoindustrie sich in die Zukunft zu retten. Die Lösung wäre das Verbot von allen privaten Autos in urbanen Gebieten, egal ob Elektro oder Verbrenner. Dann wären Städte endlich wieder Orte für Menschen und nicht wie die letzten 200 Jahre Orte für Autos.

[-] [email protected] 27 points 1 month ago

Ich glaub, das ist ein Fall von "Wenn es nicht 100% absolut perfekt ist, dann sollten wir besser gar nix machen."

Was die Städte machen ist mir egal, da bin ich nie. Ich will und muss mich und Dinge transportieren können und das kann ich 7 Monate im Jahr mit Strom vom Dach. Das ist besser als das, was ich vorher hatte.

[-] Nacktmull 27 points 1 month ago

Ja ist es ... auf dem Land, von dem ich ja explizit nicht gesprochen habe.

[-] [email protected] 6 points 1 month ago

Elektroautos sind eben keine Lösung

Also, auf meinem Internetempfangsgerät klang das wie "Elektroautos sind eben keine Lösung". Weiß nicht, vielleicht ist hier ja was kaputt, muss ich heute abend mal kurz drunterkucken.

[-] Nacktmull 15 points 1 month ago

Kein Problem, der Satz

Elektroautos sind eben keine Lösung

Kommt ja auch so in meinem Kommentar vor aber ich schreibe halt aus einer urbanen und du aus einer ländlichen Perspektive und die sind natürlicherweise unterschiedlich. Mein Kommentar bezog sich jedenfalls auf die Situation in Städten und es liegt mir natürlich fern Autos auf dem Land abschaffen zu wollen solange es für die Menschen dort noch keine gute Alternative dafür gibt. Des weiteren finde ich Elektroautos tendenziell weniger schlimm als Verbrenner aber möchte in der Stadt von beiden so wenig wie möglich haben. Öffentlicher Raum ist in Städten Mangelware und sollte für Alle da sein, nicht nur für Autofahrende.

[-] [email protected] 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

In Städten Autos fahren ist sowieso Arsch. Du musst tierisch aufpassen nicht andauernd einen Unfall zu bauen und es ist im allgemeinen mega stressig. Stop & go trägt auch nicht dazu bei das besser zu machen. Komplett verbieten würde ich das Autofahren in den Städten jedoch nicht. Es muss irgendwie auch Möglichkeiten Geben(und wenn es nur Parkplätze Am Stadtrand sind von wo aus man mit dem Bus weiterfährt), dass Leute auch vom Dorf aus Problemlos in die Stadt kommen. Sowas wie Baumärkte muss man auch mit dem Auto erreichen können. Sowas kann man jedoch gut am Stadtrand ansiedeln und die Innenstadt halt von Autos befreien. Im. allgemeinen brauch in der Stadt quasi niemand ein Auto. Wenn man mal in den Urlaub fahren will kann man sich such eins mieten. Zudem müssen wir auch immer an Lieferdienste und Handwerker und so denken, für die kann man jedoch Ausnahmegenehmigungen machen.

[-] Nacktmull 1 points 1 month ago

Dann sind wir doch eigendlich einer Meinung.

[-] [email protected] 2 points 1 month ago

Sind wir. Hab halt nur gesagt, dass man sehr wohl einige Sachen bedenken muss.

[-] Strider 21 points 1 month ago

Ich (mit Auto) verstehe die runterwähls nicht. Ist völlig korrekt.

[-] Nacktmull 7 points 1 month ago
[-] woelkchen 5 points 1 month ago

Dann wären Städte endlich wieder Orte für Menschen und nicht wie die letzten 200 Jahre Orte für Autos.

In den Autos sitzen aber Menschen, die irgendwo zu sein haben und wenn der ÖPNV sich nicht radikal vergünstigt und zuverlässiger wird, wird sich das nicht ändern. Für mich als D-Ticket-Besitzer war das nicht gerade so geil, dass nach etwas Platzregen vor einer Woche die Straßenbahnen nicht gefahren sind und ich doof an der Haltestelle stand und mir alternative Verbindungen suchen musste. Immer, wenn auch nur ein bisschen Wetter ist, fällt da direkt alles auf Schienen aus. Für zu Fuß war's zu weit, für's Fahrrad wars zu nass.

[-] [email protected] 15 points 1 month ago

Gibt doch Nix günstigeres als ÖPNV. Wer ein Auto hat, der kann sich auch ne Monatskarte leisten. Für die, die ganz wenig Geld haben gibt es Ermäßigungen. Ultimativ muss der ÖPNV natürlich kostenfrei werden, aber mit D-Ticket kommt man innerhalb einer Stadt schon wirklich günstig gut weg. Preis ist doch wirklich kein Argument hier.

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[-] Nacktmull -2 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Das ist natürlich doof wenn die Straßenbahn ausfällt. Ich empfehle dir daher für die wenigen Tage im Jahr an denen die Straßenbahn nicht fährt, ein paar Regenklamotten zu kaufen. Dann bist du für solche Fälle vorbereitet und kannst auch sonst mit dem Rad fahren ohne nass zu werden.

[-] [email protected] 13 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Dann bist du für solche Fälle vorbereitet und kannst auch sonst mit dem Rad zu fahren ohne nass zu werden.

Das ist übrigens tatsächlich ein no-go, wenn man sich an der Arbeit nicht umziehen kann. Ich hab das jahrelang gemacht, aber ich hatte auch nen Spind und ne Dusche. Wenn ich ankam ging es noch, aber 5 Minuten später hat mein Körper richtig Temperatur erzeugt, weil er noch Bock auf Sport hatte obwohl ich schon am Schreibtisch saß. Ergebnis: An der Tischplatte mit den Unterarmen festgeklebt, T-Shirt mit dunklen Flecken. Wenn man im Anzug unterwegs ist, geht das gar nicht.

Dusche, Spind, 10 Minuten zum einrüsten gehört also auf jeden Fall zu dem Konzept dazu.

[-] Nacktmull 8 points 1 month ago

Ich hab das jahrelang gemacht, ohne Spind und ohne Dusche auf der Arbeit und es war kein Problem. Ich schwitze aber auch nicht doll. Bei Jobs im Anzug verstehe ich dein Argument aber und empfehle dir daher ein Ebike, das bringt dich dank Motorunterstützung auch ohne Schweißausbruch mit dem Fahrrad zur Arbeit.

[-] [email protected] 4 points 1 month ago

Zumindest ich bin nach knapp einer Stunde Ebike (niedrigste Unterstützungsstufe, wenn möglich die 25 km/h die unterstützt werden) trotzdem im Sportmodus und zumindest leichtes schwitzen gibt es da schon. Kurz ankommen und dann Wechselklamotten reicht aber zumindest für mich, so schlimm ist es dann doch nicht.

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[-] [email protected] 35 points 1 month ago

CO2-Ausstoß ist nunmal nicht das einzige Problem mit PKW. Wenn jeder in meiner Straße statt Verbrenner plötzlich E-Auto fährt, ist die Straße trotzdem voll, unübersichtlich und im Sommer durch Verdichtung und den Mangel an Grün heißer als nötig.

Und die Kritik an unnötig großen E-Autos ist doch berechtigt, wenn das Argument für E-Autos Klimaschutz ist, dann sollte man auch versuchen, den Stromverbrauch des Autos weitgehend zu reduzieren, oder nicht?

[-] [email protected] 19 points 1 month ago

Ich wünschte wirklich Autos würden kleiner, nicht größer werden. Gibt so viele Micro-Cars die Inhaltlich fast das selbe Platzangebot bieten, aber wir lieben unsere fetten übergewichtigen Karren. Selbst "Kleinwagen" sehen aus wie ein fettes Baby mit ordentlichen Speckrollen.

[-] [email protected] 5 points 1 month ago

Ich hatte die Tage die Erfahrung mal in einem smart zu fahren und muss sagen, die Dinger. Sind geil. Klein, viel Beinfreiheit und wendig wie sau.

[-] [email protected] 3 points 1 month ago

Die sind vergleichsweise über die Generationen auch kaum fetter geworden.

[-] [email protected] 2 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Meh, den Smart fortwo gibt es nicht mehr, die neuen Modelle sind nicht mehr so klein.

Die neuen sind Teil der Kooperation zwischen Mercedes und Geely (Volvo, Northstar, Lotus, Lynk&Co. etc.) und basieren auf deren Plattformen, gehen richtung crossover suv.

[-] [email protected] 8 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Und dazu kommt, dass die besten E-Autos nichts nützen, wenn der Strom weiter fossil produziert wird.

Das ist kein relevantes Argument für Verbrenner vs. E-Auto, aber es ist ein sehr wichtiges Argument zwischen E-Auto und kein Auto. Aber "kein Auto" ist in Deutschland ja noch immer Ketzerei.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Hm e-ladesäulen müssen in d soweit ich weiß Ökostrom einkaufen

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Der ist dann bilanziell Öko. Wenn die Säule neben nem Braunkohlekraftwerk steht, kommt der Straum aus dem Kraftwerk.

Durch die bilanzielle Zuordnung von Ökostrom können Preisanreize geschaffen werden, oder einzelne Emissionsbilanzen auf kosten anderer verschlechtert werden. Letztlich muss man aber für das Gesamtsystem auch den gesamten Strommix zur Berechnung heranziehen.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Klar ist das bilanziell Öko, da kommst du in unserem Netz doch nicht drum rum. Erfüllt aber doch seinen Zweck. Wenn wir den Mehrenergieaufwand durch Speicherlösungen vernachlässihen, X kWh entnehme und X kWh enrneuerbar erzeuge und nicht doppelt berechnen darf, was bei der Deklaration von Ökostrom in D der fall ist, macht es absolut keinen Sinn, mit dem normalen Strommix zu rechnen. Was du wahrscheinlich meinst, ist, dass manche strom Anbieter greenwashen, indem sie sagen, das hier verkaufe ich als Ökostrom, und dafür verschlechtere ich den Strommix einer anderen meienr sparten, die nicht als öko deklariert sind. Ob das tatsächlich so praktiziert wird, kp, aber ich würde Ökostrom deshalb immer bei reinen Ökostromanbietern beziehen, da gibt es diese Gefahr nicht.

Auch wenn man von deutschen Strommix ausgeht: Es gibt unzählige Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen (man kann es ja auch sehr einfach selbst ausrechnen) und nach einer gewissen gefahrenen Strecke gibt es innerhalb der durchschnitichen Lebensdauer eines PKWs keinen einzigen elektrowagen, der nicht inklusive seines co2-mehrausstoßes in der Herstellung auch bei der schmutzigen strommixen nicht klimafreundlicher wäre als ein vergleichbarer verbrenner, dafür ist die Effizienz der energienutzung relativ zum verbrenner einfach zu gut, obwohl der wirkungsgrad der Kohlekraftwerke natürlich absolut gesehen miserabel ist. Aber nicht so miserabel wie ein verbrenner

[-] [email protected] 1 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Prinzipiell schon, wobei man bedenken muss, dass der Verbrauch bei E-Autos nicht so extrem von der Größe abhängt, wie bei Verbrennern. Vergleich mal die benötigten kWh/100km der verschiedenen e-modelle, da ist der unterschied zwischen Kleinwagen und protzkiste echt winzig...

Der e-smart verbraucht fast das gleiche wie der Tesla model y... Aber klar, je weniger Material in der Produktion verbaut werden muss, deeto kleiner trotzdem der co2 Fußabdruck

[-] [email protected] 2 points 1 month ago

Also physikalisch klingt das für mich falsch. https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/stromverbrauch-elektroautos-adac-test/

Wenn man einen Blick auf die Liste wirft beim Verbrauch dann ist eine Korrelation zwischen großem Auto + starker Antrieb = mehr Verbauch naheliegend. Ja der Smart und Model Y sind nicht weit auseinander. Jedoch bietet ein Vergleich noch keine gute Basis zu behaupten der Unterschied sei prinzipiell marginal.

Wenn ich hier den Artikel zitieren darf: "Sehr schön zu sehen bei Fahrzeugen des gleichen Konzerns: Die Bauart des Fahrzeugs (z. B. Limousine oder SUV), der Antrieb (Allrad oder nicht) und die Motorleistung haben einen erheblichen Einfluss auf Verbrauch und Reichweite."

Die Gründe für den geringen Unterschied bei Smart und Tesla Model Y müssen in anderen Faktoren liegen. Es erfordert zwingend mehr Bewegungsenergie wenn die Masse und Widerstand größer sind.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Das war ja auch nur ein Beispiel mit Smart und Model Y, das ist bei anderen Modellen ja nicht anders. Hatte mich selbst gewundert, weil ich mal nach einem gebrauchten möglichst sparsamen Elektro gesucht habe, und mir aufgefallen war, dass die Unterschiede so gering sind. Habe irgendwo gelesen, das läge an dem relativ großen Gewichtsanteil der Batterie und der standardmäßig höheren Bremsenergierückgewinnung durch die Rekuperation, hab mich aber technisch nicht damit beschäftigt bisher. Dass der Verbrauch aus physikalischen Gründen höher wird, ist schon klar, aber vergleich mal die Verbräuche verschiedener Verbrennermodelle und die verschiedener Elektromodelle. Sowohl die Motorleistung, als auch die Bauart haben RELATIV zu den Verbrennen nur marginale Unterschiede, damit meine ich nicht, dass es gar keine gibt. Zu Masse und Widerstand: die Masse hat im Gegensatz zum Windwiderstand nichts mit der Bewegungsenergie zu tun, abgesehen vom anteilig geringen Rollwiderstand. Durch mehr Masse steigt hauptsächlich die benötigte Energie zum beschleunigen, und davon gewinnen die Elektros im Vergleich zu den Verbrennern wie oben erwähnt einen großen Teil beim Bremsen wieder zurück

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Dafür ist ein schweres Auto aber deutlich gefährlicher für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Das ist richtig, aber davon habe ich ja nicht gesprochen.

Hasse PKWs in 90% der Anwendungsfälle sowieso, aber diese Panzer außerhalb der Forstwirtschaft und Co, die sich in den letzten 15 Jahren etabliert haben, sind nochmal ne ganz andere Hausnummer, was Verbrauch, CO2 Ausstoß in der Herstellung, Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrerinnen, und den enormen Platzverbrauch angeht

[-] [email protected] 12 points 1 month ago

Viele der Aktivisti kämpfen auch gegen Autobahnenausbau. Ich finde das durchaus konsistent und absurd hier ein Hufeisen aufzumachen. Viel zu viele Leute preisen eAutos als Lösung aller Probleme. Grade Tesla produziert viele SUVs. Dagegen und gegen die falsche Dichothomie zwischen Verbrenner und eAuto ist vorzugehen. Alles andere ist grüner Kapitalismus. Nachhaltiges Wachstum ist ein Märchen.

[-] [email protected] 8 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Sehr gutes, sehr passendes Interview dazu:
2045 by Design or Disaster:
Männer, die die Welt verbrennen mit Christian Stoecker

Ich will auch eine Verkehrswende, aber die dauert noch. E-Autos sind keine Lösung aber ein wichtiger Schritt. Sich jetzt vor der Tesla-Fabrik zu kloppen ist irgendwie skurril.
In dem Interview habe ich zum ersten Mal von Petromaskulinität gehört und bin sehr dankbar um den neuen Begriff in meinem Wortschatz.

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[-] [email protected] 6 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

ich warte ja noch darauf, dass mich in meinem E-Auto einer dumm anmacht...

Ich glaube so langsam tut es allen links-orientierten Menschen (Öko, sozialstaat, energiewende, etc) gut, sich mit Selbstverteidigung auseinanderzusetzen.

[-] Shizu 5 points 1 month ago

Ich habe von vor längerer Zeit einen Model 3. Letztens in Düsseldorf durch die Innenstadt gefahren und dann gehört, wie jemand zu seinem Freund gesagt hat "Mir wäre das so peinlich einen Tesla zu fahren. Wie kann man nur Tesla fahren." Oder vor zwei Monaten beim Charger gewesen, während ein Obdachloser an mir vorbelief und sagte: "Wie kann man nur diese Schrottautos fahren?" Ich werde mir keinen Tesla mehr holen..

[-] [email protected] 4 points 1 month ago

Ist das Sarkasmus? Zumindest bei uns am Land kannst dir für jede (bekannte) Automarke blöde Sprüche anhören. Und die nicht bekannten Marken sind sicher eine "chinesische Reisschüssel".

Auf solche Marken-Vorurteile geb ich gar nix.

[-] Shizu 3 points 1 month ago* (last edited 1 month ago)

Ne, das meinte ich ernst. Ich musste schon Anzeige gegen unbekannt stellen, weil in mein Auto reingetreten wurde. Bin auf der Selbstbeteiligung sitzen geblieben. Ich hatte noch nie ein Auto, was so viele negative Reaktionen hervorgerufen hat.

Edit: typo

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Oh, das geht natürlich über blöde Sprüche weit hinaus.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin Die meisten Leute haben ja nichts böses im Sinn

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Bei Tesla wäre ich mir auch nicht sicher ob es an E-Auto oder den politischen Ansichten von Musk liegt.

[-] [email protected] 1 points 1 month ago

Ist mir in den 3 Jahren mit meinem ID3 bisher noch nicht passiert. Nur in den ersten Wochen kam mal ein älterer Herr zu mir an die Ladesäule und fragte mit einem siegessicheren Grinsen ob ich denn schonmal auf der Autobahn liegengeblieben bin. Hab die Frage noch nie verstanden.

[-] [email protected] -1 points 1 month ago

Das Absurde ist ja, dass die Anfeindungen von Linken kommen! Also einem abgesplitterten Teil der Linken. Ich habe da komplett den Überblick verloren im linken Kuddelmuddel

[-] [email protected] 11 points 1 month ago

Keine sorge, gibt auch Rechte sonst. Meine Frau wurde mit Baby auf ner Raststätte (war nicht dabei) von rechtem Pack bedroht, die sich an die Bauerndemos ranhängen wollten, weil E-Auto. Seitdem habe ich leichte Gewaltphantasien

[-] Nacktmull 9 points 1 month ago

Identitätspolitik ist nun mal wichtiger als die Befreiung der Arbeitenden Klasse. /s

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this post was submitted on 10 May 2024
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